„Wir wollen keine Elite!“

31. Oktober 2009

Evangelische Jugend diskutiert über Bildung

Bei dieser Aussage ist es freilich nicht geblieben, als sich die Ev. Jugend in Hessen und Nassau am Wochenende auf der Evangelischen Jugendburg Hohensolms zu ihrer Vollversammlung traf. Die Vollversammlung stand unter dem Motto „Ev. Jugend – die zarteste Versuchung seit es Bildung gibt!?“. In diesem Rahmen diskutierten rund 120 meist jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das Bildungshandeln der Evangelischen Jugend.
In einem Einstiegsreferat machte Dr. Martin Nörber, Referent aus dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, deutlich, dass es wichtig ist, das eigene Bildungshandlung immer wieder zu reflektieren und nach außen zu kommunizieren. Jugendarbeit bietet eine breite Palette von Lernfeldern, die allen Kindern und Jugendlichen zugänglich gemacht werden muss. „Wir wollen keine Elite! Wir sind für alle da!“ stellte Julia Schmidt, eine der Teilnehmerinnen fest. Bildung in der Evangelischen Jugend richtet sich an alle Kinder und Jugendliche unabhängig ihrer Glaubensrichtung und Herkunft und eröffnet so Räume für einen gesellschaftlich wichtigen Austausch, so die Vollversammlung in ihrer Resolution.
Bildung ist für die Evangelische Jugend ein vielfältiger, ganzheitlicher Prozess, der den Mensch als Ganzes in den Blick nimmt. Die Arbeit bietet Kindern und Jugendlichen geschützte Freiräume, in denen sie sich ausprobieren können. Sie lernen sich selbst zu organisieren und Verantwortung zu tragen. Diese Arbeit fördert Ergebnisse auf hohem Niveau zu Tage und legt den Grundstein für ein gelingendes, christliches Leben. Dabei werden soziale und demokratische Verhaltensweisen, die die Gesellschaft braucht, verinnerlicht, so die Position der Vollversammlung.
In der Vollversammlung wurde klar, dass diese Qualitäten nur erhalten werden können, wenn alle immer wieder zielgerichtet darauf hinarbeiten. Zudem benötigt es eine entsprechende strukturelle Ausstattung.
In verschiedenen Arbeitsgruppen befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem mit den verschiedenen Bildungsangeboten der Evangelischen Jugend, erprobten und diskutierten diese.
Einig waren sich am Ende dieses Wochenendes alle: Evangelische Jugendarbeit ist ein grundlegender Baustein in der Entwicklung vieler junger Menschen, in der sie lernen selbstbestimmte und verantwortliche Teile der Gesellschaft zu werden. Deshalb muss Schwerpunkt der kirchlichen und gesellschaftlichen Arbeit werden – für die Zukunft aller!

Die Vollversammlung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e.V. ist das höchste beschlussfassende Vertretungsorgan der kirchlich getragenen und verantworteten Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen in der EKHN. Die Delegierten aus den Dekanaten vertreten damit die rund 170 hauptberuflichen und ca. 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ev. Jugend in Südhessen und im östlichen Rheinland-Pfalz.

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