Das Ehrenamt – der freiwillige Wahnsinn

31. Oktober 2010

Mit der Situation der Ehrenamtlichen im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen befasste sich die 17. Vollversammlung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e. V. (EJHN) am vergangenen Wochenende. Die über 80 Delegierten und weitere 40 Interessierte und Gäste aus den Dekanaten der Landeskirche  diskutierten vom 29. – 31.Oktober in der Evangelischen Jugendburg Hohensolms bei Wetzlar unter dem Motto „Das Ehrenamt – der freiwillige Wahnsinn“ über wesentliche Fragestellungen zu diesem Themenkomplex. Am Sonntag wurde hierzu ein Leitantrag verabschiedet, der den aktuellen Stand der Diskussionen wiedergibt.
Dort wird unter anderem gefordert, dass die Zeit, die Ehrenamtliche für ihre Mitarbeit aufwenden, bei der Berechnung des Rentenanspruchs anerkannt  und dass das Engagement bei der Förderhöchstdauer des BAföG und der Berufsausbildungsbeihilfe anerkannt  werden. Im Antrag wird festgehalten, dass sich Jugendliche nach wie vor in großem Maße freiwillig für die Gesellschaft engagieren wollen. Das Interesse gehe allerdings immer mehr in Richtung Projektorientierung und nicht mehr in langfristige Bindung an eine Institution. Die EJHN fordert, dass Kirche auf diese Veränderungen reagiert und um diese Jugendlichen wirbt. In diesem Zusammenhang  fordert die EJHN, die Konfirmandinnen und Konfirmanden insgesamt mehr in den Blick zu nehmen. „Die Konfirmandenarbeit ist Teil der Jugendarbeit. „Hierfür sind die entsprechenden Konzepte für Aus-, Fort und Weiterbildung zu entwickeln,“ heißt es im mit großer Mehrheit beschlossenen Antrag.  Wert legt die EJHN auf die Feststellung, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden selbst entscheiden, welche Angebote für sie interessant sind und welche Formen dafür gewählt werden.In einem weiteren Antrag fordert die EJHN die Überprüfung und Überarbeitung des Ehrenamtsgesetzes, das von der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau im Jahr 2003 beschlossen wurde.  Ein wissenschaftlich begleiteter Evaluationsprozess soll den Grad der Umsetzung des Gesetzes in den Gemeinden und Dekanaten ermitteln.Darüber hinaus wird eine Überarbeitung des Gesetzes gefordert. „Die besondere Rolle der jugendlichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird im Gesetz mit keinem Wort erwähnt,“ kritisiert die EJHN in ihrem Antrag. Das sei aufgrund der Bedeutung dieser Gruppe für die Zukunft der Kirche aber unbedingt  notwendig. Die EJHN fordert, bei der Novellierung zukunftsweisende Formen wie ein flächendeckendes Freiwilligenmanagement  aufzunehmen sowie Förderungsstrukturen zu entwickeln, die im Sinne von Mindeststandards gleiche Bedingungen für die Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort gewährleisten. Um die Aus-, Fort- und Weiterbildung der jungen Ehrenamtlichen zu vernetzen, zu bündeln und zu qualifizieren, schlägt die EJHN die Bildung einer Jugendakademie in Trägerschaft der Evangelischen  Jugend vor.
Die Vollversammlung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e.V. ist das höchste beschlussfassende Vertretungsorgan der kirchlich getragenen und verantworteten Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen in der EKHN. Die Delegierten aus den Dekanaten vertreten damit die rund 170 hauptberuflichen und ca. 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ev. Jugend in Südhessen und im östlichen Rheinland-Pfalz.


 

Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e. V.
Otto-Hesse-Straße 19 / T2, 64293 Darmstadt
Telefon: 06151/ 15 9 88 – 50, Telefax: 06151/ 15 9 88 – 59
Mail: info@ejhn.de, Internet: http://www.ejhn.de

Vollversammlung der EJHN tagte in Hohensolms

RSS Feed · Kontakt & Impressum