Pressemitteilung: Bessere Qualifizierung von Freiwilligendiensten

13. Dezember 2018

Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. (EJHN) spricht sich gegen die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht aus, wie sie in der Politik derzeit diskutiert wird.
Stattdessen fordert die EJHN, das Freiwillige Soziale bzw. das Ökologische Jahr, den Bundesfreiwilligendienst und die Möglichkeiten eines Jahres im Ausland auszubauen und zu qualifizieren.

Dazu zählen Maßnahmen wie:
– die Stellen in den Freiwilligendiensten so auszubauen, dass alle Bewerbungen auch berücksichtigt werden können
– alle Stellen auch dahingehend zu qualifizieren, dass es sich um echte soziale Arbeit handelt und nicht um billige Arbeitskräfte
– die Träger*innenschaft im Bereich des Bundesfreiwilligendienstes auf die freien Wohlfahrtsverbände zu übertragen
– den freien Träger*innen zu ermöglichen, Beratung zu den Möglichkeiten des FSJ etc. in Schulen durchzuführen

Zur Begründung führt die Vertretung der Evangelischen Jugend in der Landeskirche aus, dass bereits 2004 durch einige Ministerpräsidenten eine allgemeine Dienstpflicht als Ersatz für den Zivildienst vorgeschlagen wurde. Die damalige Bundesregierung und die Mehrheit der Parteien im Bundestag lehnten dies allerdings ab. Damals wurde vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages festgestellt, dass ein solches „Pflichtjahr“ nicht ohne Änderung des Grundgesetzes möglich ist und auch dann noch gegen völkerrechtliche Verpflichtungen verstößt.

Aktuell wurde diese Debatte wieder entfacht, weil dieser Gedanke ins Grundsatzprogramm der CDU aufgenommen werden soll. Gesundheitsminister Spahn hat diese Idee bereits aufgegriffen und u.a. die Sozialverbände zu einem Treffen eingeladen, um dies zu diskutieren. Von deren Seite kam überwiegend Ablehnung zu dem Vorschlag.
In einer aktuellen Umfrage (ZDF Politbarometer) finden 68 Prozent der Befragten die Einführung eines Pflichtjahres gut. Fragt man diejenigen, für die eine Dienstpflicht tatsächlich gelten würde, sieht die Sache allerdings anders aus: Die 18- bis 29-Jährigen lehnten sie in einer weiteren Umfrage (Civey) mit etwa 54 Prozent mehrheitlich ab.

Die EJHN hat bereits in der VV 23 im April 2013 eine Position zu den Freiwilligendiensten beschlossen. Aus aktuellem Anlass wird diese Position erneut bekräftigt.

Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. ist das höchste Vertretungsorgan der kirchlich getragenen und verantworteten Arbeit von und mit Kindern und Jugendlichen in der EKHN. Die Delegierten aus den Dekanaten vertreten damit die rund 170 hauptberuflichen und ca. 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ev. Jugend in Südhessen und im östlichen Rheinland-Pfalz.
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Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e. V. Landgraf-Philipps-Anlage 66, 64283 Darmstadt Telefon: 06151/ 15 9 88 – 50, Telefax: 06151/ 15 9 88 – 59 Mail: info@ejhn.de, Internet: http://www.ejhn.de

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